Kann man sich Spinnen als Haustiere halten?

Rote Vogelspinne, Foto: blackdragoncat_flickr
Die Horrorvorstellung eines jeden Arachnophobikers: Spinnen als Haustiere halten. Für die Objekte des Grauens sogar noch Geld bezahlen – unvorstellbar. Doch Fakt ist, es gibt tatsächlich Spinnenliebhaber, die sich einen oder sogar mehrere Achtbeiner als Haustiere in die eigenen vier Wände holen.
Bevor man dies tut, sollte man sich allerdings gründlich informieren. Spinnen brauchen artgerechte Haltung und Fütterung. Empfehlenswert wäre es, sich vor der Anschaffung mit seriösen Züchtern und Spinnenhaltern austzutauschen, Erfahrungen und Tipps zu sammeln. Auch Fachliteratur zu lesen, ist sinnvoll.
Gerade von Tierschützern wird die Haltung von Spinnen in Privatwohnungen sehr kritisch gesehen. Naturentnommene Spinnen sind generell tabu, es ist sogar verboten diese privat zu halten. Wenn Spinnen als Haustiere, dann nur Nachgezüchtete. Sie sind in Gefangenschaft geboren und aufgewachsen, wohingegen eine der Wildnis entnommene Spinne den Freiheitsentzug als qualvoll erlebt, außerdem können diese Krankheiten haben. Die Tierschützer sind auch besorgt, da die Expertise der Zoogeschäfte bei Spinnen meist ihre Grenzen findet – schlechte oder gar falsche Beratung ist das Resultat. Daraus wiederum folgt eine falsche Haltung der Tiere. Ein Gespräch mit einem Spinnenkundler ist also ausdrücklich erwünscht.
Manche der Spinnen, die als Haustiere in Frage kämen, sind sehr anspruchslos und somit sehr geeignet für „Spinnen-Anfänger“, die Rote Chile-Vogelspinne beispielsweise. Sie ist ein friedliches und robustes Tier. Sie wächst recht langsam und legt längere Fresspausen ein. Anfangs ernährt sie sich von Insekten, später von kleinen Mäusen.
Generell gilt: Spinnen als Haustier sind nicht für Ihre Unterhaltung da. Sie mögen in Ruhe gelassen werden, Sie haben sich ja keinen Welpen gekauft. Das heißt also, dass Sie die Spinne möglichst wenig aus dem Terrarium nehmen sollten. Diese faszinierenden Lebewesen sind etwas für Liebhaber und eigentlich nur zum Angucken geeignet.
Wie hält man eine Vogelspinne?

Vogelspinne, Quelle: dewstr / pixelio.de
Für die einen ein Albtraum, für die anderen ein exotisches Haustier. Die behaarte Vogelspinne ist nicht für jeden der perfekte Mitbewohner. Die jedoch, die sich zu dieser tropischen Spinnen hingezogen fühlen, sollten ein paar wesentliche Dinge für die Haltung der Tiere beachten.
Im Grunde sind Vogelspinnen sehr anpassungsfähige Tiere. Da sie üblicherweise in tropischem wie auch subtropischem Klima zu Hause sind, sind sie bei normaler Zimmertemperatur zwischen 20°C und 25°C und normalen Lichtverhältnissen zufrieden.
Vogelspinnen werden im Terrarium gehalten und können da auch am besten beobachtet werden. Stellt man ihr geeignetes Material im Terrarium zur Verfügung, richtet sie sich dort selbstständig ein. Arten die eher am Boden leben, benötigen eine geeignete Terrariumeinschüttung, die zudem ausreichend tief ist, um sich darin Wohnröhren bauen zu können. Sie beziehen durchaus auch für sie vorbereitete Höhlen. Arten der Vogelspinne, die eher an Bäumen leben, benötigen baumähnliches Material um sich dort ihre Wohnröhre zu spinnen. Wie man sieht, ist eine Vogelspinne recht pflegeleicht.
Für die Fütterung der Tiere werden vor allem Insekten benötigt. Es bieten sich besonders Heuschrecken, Grillen, Heimchen oder Schaben an, die man in der Tierhandlung lebend kaufen kann. Auch Maden und Würmer können verfüttert werden. Man braucht sich nicht an besondere Fütterungszeiten oder Regelmäßigkeit bei der Fütterung zu halten. Bei diesen Tieren sollte man sich immer vor Augen halten, dass sie in ihrer natürlichen Umgebung Jäger sind, die nicht regelmäßigen Jagderfolg haben. Man kann am Bauch der Spinne gut erkennen, ob sie Futter benötigt. Eine Überfütterung sollte man in jedem Fall vermieden, da es das Verletzungsrisiko des Tieres erhöht und damit lebensgefährlich für die Spinne sein kann.