Meerschweinchen in der Badewanne
Auch die kleinsten tierischen Freunde brauchen ihre Pflege – so auch die piependen, süß anzusehenden Meerschweinchen. Allerdings sei hier Vorsicht geboten, denn schließlich brauch man sich um Meerschweinchen – außer Essen und Trinken – so gut wie gar nicht zu kümmern, es sei denn sie haben ein langhaariges Fell. In diesem Fall bestätigen Ausnahmen die Regel.
Denn besonders diese Tiere brauchen die Pflege, wie beispielsweise durch Kämmen der Haare. Hat ein Meerschweinchen allerdings Durchfall oder aber es ist von einem Pilz befallen, hilft eigentlich nur noch das Baden. Doch hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, schließlich soll doch geboten sein, dass Meerscheinchen „Gunther“ auch noch in den kommenden Wochen und Monaten gut aussieht.
Am besten benutzt man zum Baden zwei große Plastikschüsseln. In eine von beiden macht man lauwarmes Wasser – in genau dieser wird auch das Tierchen gebadet. Bei einem Pilzbefall eignen sich bestimmte Mittel, die man beim Tierarzt bekommt. Hierbei wäscht man das Tier mit diesem Mittel. In die andere Schüssel kommt reines, klares und warmes Wasser. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass das Meerschweinchen richtig und gründlich abgespült worden ist, damit keine Rückstände auf dessen Fell hängen bleiben. Damit das Meerschweinchen auch Halt in den Schüsseln hat, eignet es sich sehr gut, ein kleines Handtuch auf dem Boden der Schüssel zu legen, damit das Tier nicht ausrutschen kann.
Nach dem Baden muss das kleine Getier natürlich trocken werden, damit es nicht krank wird – schließlich sind es sehr kleine Organismen, die nicht so groß sind wie beim Menschen. Daher sind Meerschweinchen auch sehr sensible Tier – auch hier ist besonders aus diesem Grund Vorsicht geboten. Vor dem Bad sollte auch deshalb darauf geachtet, dass der Raum aufgewärmt ist. Nach dem Abtrocknen das Tier in ein kleines Handtuch packen und einige Minuten im Arm halten, damit sich das Meerschweinchen beruhigt, weil jedes Baden Stress für das Tier ist, und vor allem weil es dadurch Wärme bekommt. Ist es vollkommen getrocknet, darf das Tier wieder in den Käfig.
Der richtige Umgang mit Meerschweinchen

Meerschweinchen, Quelle: glockentierchen_flickr
Nach wie vor sind Meerschweinchen ein beliebtes Haustier. Doch auch, wenn es scheint, die kleinen Tiere seien an Menschen gewöhnt, sollte man ihnen zu Beginn etwas Zeit und Raum zum Eingewöhnen lassen.
Im neuen Zuhause angekommen, wird oft gesagt, man solle Meerschweinchen zunächst keinen Unterschlupf geben. Doch die schreckhaften Tierchen sind viel mutiger, wenn sie wissen, dass sie eine Möglichkeit zum Rückzug haben. Noch lieber mögen sie es, wenn der Käfig mit ein paar Zweigen bedeckt ist. Dadurch fühlen sie sich noch sicherer und sind von Natur aus so neugierig, dass nicht lange im Häuschen verweilt wird und man sich gleich auf Entdeckungstour begibt. Dabei einfach still vor dem Gehege warten, um ihren neuen Mitbewohner an ihre Anwesenheit zu gewöhnen. Schnelle Bewegungen sollten vermieden, dafür aber ein paar beruhigende Worte gesprochen werden, so kann man den Kleinen zum Beispiel einfach etwas vorlesen.
Erstmal sind die Grundbedürfnisse der Tiere, Futter, Wasser und Käfigreinigung von Bedeutung. Wer ungedulig versucht, sie zu streicheln oder gar zu fangen, macht sie umso scheuer. Schon nach einiger Zeit werden sie pfeifend aus dem Gehege kommen, um ihr Futter zu bekommen. Das ist eine Gelegnheit, ihnen kleine Leckerbissen wie Petersilie, Fenchel oder ein Stückchen Gurke. So lässt sich gleich ganz leicht herausfinden, was bevorzugt wird.
Mit kleinen Futterspielen kann man sein Haustier zutraulicher machen. Wenn es soweit ist, dass das Meerschweinchen aus der Hand frisst, darf man vorsichtig, ersteinmal nur mit einem Finger, versuchen, es zu streicheln. Dabei sollte aber stets eine Fluchtmöglichkeit bestehen, die auch ohne Enttäuschung genutzt werden darf.
Wenn Meerschweinchen nicht in einer bekannten Gruppe, sondern einzeln zu ihnen nach Hause kommen, sollte man sich zusätzlich auch mit Informationen über die Vergesellschaftung bei Meerschweinchen vertraut machen.
Zwar werden die meisten Meerschweinchen nur ungern hochgehoben, aber dennoch ist es wichtig, auch das mit den Tieren für Fälle zu trainieren, in denen es notwendig wird- zur Untersuchung, um sie in einen Transportkäfig zu setzen oder beim Tierarzt. Viel Geduld ist hier gefragt, denn es ist völlig normal, wenn das Tier dabei zu Beginn sehr erschreckt. Am Besten streichelt man das Tier ein wenig am Bauch, wenn es mit den Vorderpfoten auf die Hand steigt. Nach kurzem Gewöhnen, kann dann langsam und vorsichtig versucht werden, es langsam anzuheben, indem die zweite Hand unter das Hinterteil geschoben wird. Mit einem Daumen über dem Rücken wird es dabei gesichert und gegen die Brust gestützt.
Auch kleine Meerschweinchen brauchen ihren Alltag und lieben bei aller Abwechslung auch die tägliche Routine. Dazu gehört frisches Futter, vor allem viel Heu und Wasser. Saftfutter darf mehrmals täglich, Körnerfutter nur einmal oder auch gar nicht gereicht werden. Altes Saftfutter immer gleich entfernen, um Krankheiten durch angegorenes Futter zu vermeiden. Außerdem Futternapf und Trinkflaschen reinigen, langhaarige Meerschweinchen bürsten, stark verschmutzte Streu herausnehmen und ganz wichtig: der tägliche Gesundheitscheck.
Dabei muss immer darauf geachtet werden, ob alle Tiere auf frisches Futter reagieren, ein Tier kahle Stellen im Fell hat, keine klaren Augen oder schlapp wirkt. Auch wenn Fell um Brust oder Mäulchen verklebt aussieht, das Tier niest oder hustet oder nur auf dem Futter herumkaut und es vielleicht sogar wieder herausfallen lässt, statt es zu essen, kann das ein Indiz für eine Krankheit sein. Zähne, Krallenlänge und Gewicht müssen ebenfalls regelmäßig überprüft werden. Bei Verklebungen an Augen, Nase oder Ohren, ist es wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen.
Einmal in der Woche braucht auch der Käfig eine Reinigung, indem die gesamte Einstreu entfernt und neu eingelegt, der Käfig und das Häuschen mit heißem Wasser ausgespült und abgeschrubbt wird. Das Trinkfläschchen kann zerlegt und mit Spülmittel gereinigt werden.
Das Krallenschneiden nimmt man bestenfalls zu zweit vor. Mit einer speziellen Zange oder einem einfachen Nagelclipser, werden zu lange Krallen gekürzt, die sonst zu einer Verkrüppelung der Pfoten oder Beine führen würden. Das Meerschweinchen gut auf dem Schoß festhalten und schräg schneiden, um nicht die Blutbahn zu treffen.
Neben regelmäßigem Bürsten bei langhaarigen Meerschweinchen, darf auch die Beschäftigung nicht fehlen. Spiele, viel Frelauf und eine abwechslungsreiche Ausstattung verschönern den Alltag der Tiere. Eingeschränkt wird dieser, wenn sie ein Alter von etwa fünf Jahren erreichen. Wie überall im Alter, zeigt sich Schwerfälligkeit, Müdigkeit, ein veränderter Stoffwechsel und mehr Krankheiten. Deshalb sollten diese Tiere besonders häufig und eingehend untersucht und gegebenenfalls zum Tierarzt gebracht werden.
Wichtig ist, Meerschweinchen können weiterhin normal gehalten werden, solange sie nicht leiden.
Der richtige Käfig für das Meerschweinchen

Meerschweinchen, Foto: Madeleine Omlin
Das Meerschweinchen braucht, auch wenn es klein ist, viel Platz. Da Meerschweinchen niemals allein gehalten werden dürfen, muss man im Zoo-Laden besonders aufmerksam sein. Kleine Käfige, die nur für ein Meerschweinchen vorgesehen sind, sollten nicht gekauft werden. Man kann grob als Maß ungefähr 1 m² pro Meerschweinchen rechnen. Wer es seinen Meerschweinchen besonders schön geräumig machen möchte, sollte 1,5 m² pro Schweinchen wählen, allerdings fehlt dazu oft Platz und Geld.
Meerschweinchen-Käfige gibt es mit Plastik- und Gitterabdeckungen zu kaufen. Plastikabdeckungen eignen sich nicht besonders, da diese zu schlechter Zirkulation führen. Es muss aber beachtet werden, dass das Gitter des Käfigs nicht behandelt oder beschichtet ist, da die Meerschweinchen gern daran nagen.
Der Dekoration des Käfigs sind keine Grenzen gesetzt, es sollte nur nicht zu überladen werden. Die Meerschweinchen lieben kleine Spielzeuge und tolle fantasievolle Unterbauten. Für jedes Meerschweinchen sollte ein Haus vorhanden sein, damit kein Streit entsteht. Bei dem Häuschen immer darauf achten, dass es geräumig genug ist und die Schweinchen bequem durch die Öffnung kommen. Ein zusätzliches Fenster für die Luftzirkulation kann nicht schaden.
Der Futternapf sollte auf jeden Fall aus Ton und glasiert sein. Die Tränke oder der Napf fürs Wasser verschmutzt schnell, weshalb das Wasser mehrmals täglich ausgetauscht werden muss. Gerade bei Nahrung und Wasser ist das Erkrankungsrisiko am höchsten.
Die Käfigreinigung sollte ein- bis zweimal die Woche vollzogen werden, damit kein lästiger Uringeruch entsteht und die Tiere sich rund um wohl fühlen. Bei der Streu muss darauf geachtet werden, dass sie nicht staubt und saugfähig ist. Bitte keine Folie oder Zeitung unter die Streu legen, da diese von den Meerschweinchen angeknabbert wird.